Glaube ist nicht nur Privatsache

Bitte Gott sei mir nicht böse, wenn ich ab jetzt absichtlich Sünden[1] begehe

"Das Wesen des Menschseins besteht darin, dass man nicht nach Perfektion strebt, DASS MAN MANCHMAL BEREIT IST, SÜNDEN UM DER LOYALITÄT WILLEN ZU BEGEHEN, dass man die Askese nicht so weit treibt, dass sie einen freundschaftlichen Umgang unmöglich macht, und dass man bereit ist, am Ende vom Leben besiegt und zerbrochen zu werden, was der unvermeidliche Preis dafür ist, das Objekt seiner Liebe auf andere menschliche Individuen zu fixieren." - George Orwell

Eine Sünde ist eine Übertretung des Gesetzes, wie es denn auch heisst in 1. Johannes 3,4:

"Ein jeder, der Sünde tut, übertritt das Gesetz, und die Sünde ist die Gesetzesübertretung." (Schlachter 1951)

Und im Sinne von obigem Zitat von George Orwell habe ich vor, ab jetzt Sünden zu begehen um der Loyalität willen gegenüber Gott, also nicht, weil ich mich gegen Gott auflehnen möchte, sondern weil ich meine Mitmenschen[2] - also meine Nächsten - wie mich selber zu lieben vor habe, und dies bedingen wird, dass ich den Buchstaben des Gesetzes Gottes in Zukunft übertreten muss.

Mit Sünden meine ich hier jetzt Übertretungen des Buchstabens des Gesetzes Gottes, wobei ich aber gleichzeitig vor habe, den Geist des Gesetzes Gottes - also die Absicht des Gesetzes Gottes - weiterhin zu halten.

Warum bin ich denn besorgt darum, dass Gott mir böse sein könnte? Dies bin - bzw. war ich - weil ich ab jetzt vor habe, den Buchstaben des Gesetzes zu brechen im Hinblick auf Lästern, sodass ich den Geist des Gesetzes, also die Absicht halten kann, welches gewiss ist, dass der einzelne sowie auch eine ganze Bevölkerung am Leben gehalten werden kann.

Ich schreibe, dass ich darum besorgt WAR (und nicht BIN), weil mir heute an diesem Freitag der Teil vom oben angeführten Zitat von George Orwell in den Sinn kam, welcher vom Sünden begehen um der Loyalität willen spricht. Und so habe ich mich nun heute dazu entschieden, diesem Abschnitt glauben zu schenken und einfach darauf zu vertrauen, DASS ich Sünden begehn darf um der Loyalität zu Gott willen.

Du magst dich nun fragen, von welchem Gesetz ich hier denn nun genau rede.

Welches Gesetz?

Ich rede vom Gesetz, wo es heisst man soll nicht als Verleumder umhergehen unter dem Volk - also, so wie ich es verstehe, dass man nicht schlecht von andern Leuten reden soll.

  1. Mose 19,16: "Du sollst nicht als Verleumder umhergehen unter deinem Volk! Du sollst auch nicht auftreten gegen das Blut deines Nächsten! Ich bin der HERR."

Ja, vielleicht verstehe ich momentan nicht ganz genau, was verleumden wirklich bedeutet, aber das ist mir jetzt in diesem Moment mehr oder weniger egal.

Ob du, lieber Leser das nun als fahrlässig oder rebellisch bezeichnen magst ist mir auch egal, denn schlussendlich bin ja ich es, der vor Gott Rechenschaft ablegen muss über mein Handeln und nicht du, lieber Leser. Und momentan setze ich meine Prioritäten eher auf das Fertigstellen dieses Textes als auf dass ich absolut genau herausfinde, was es denn genau bedeutet als Verleumder umherzugehen unter dem Volk, ganz im Sinne von "besser erledigt als perfekt [und nicht erledigt]".

Was ich jedoch weiss, ist, dass unsere Gesellschaft im Sturzflug nach unten unterwegs ist und dass in jensten Lebensbereichen hier und dort Sünden begangen werden. Und ich denke auch, dass wenn ich nicht genau die Quellen nenne, wo ich gewisse Irrlehren her habe, dass gewisse Leute mir nicht glauben würden, dass Leute heutzutage wirklich auf so abstruse oder böse Ideen kommen können, geschweige denn privat oder öffentlich äussern. Somit, wenn ich die Quellen nicht beim Namen nenne, könnte es sein, dass ich nicht genug Reichweite haben würde und daher nicht genug gutes bewirken würde, das ich bewirken könnte, wenn ich die Quelle angeben würde. Diese Überlegung ist ähnlich wie ich vor ca. 1 bis 2 Monaten einmal eine Argumentation von Blaise Pascal in einem Buch las, wo er sein Handeln verteidigte, warum er denn in seinen "Briefen an die Provinz" namentlich erwähnte, von wem er gewisse Ideen aufgeschnappt hatte.

Ich habe irgendwo ein Foto gespeichert von dem Buch wo ich jene Aussage von Blaise Pascal drin fand auf die ich oben hinwies, aber damit ich die Aussage Blaise Pascals schneller fand, hab ich einfach im Internet gesucht und sodann folgenden Text gefunden, der zwar nicht hundertprozentig wörtlich mit der Version übereinstimmt, die ich im physischen Buch dazumals gelesen hatte, aber gleichwohl dem Sinne nach (ich beziehe mich eigentlich nur auf den zweiten Abschnitt, aber damit man gleich noch ein wenig Kontext hat, habe ich gleich auch noch den ersten Abschnitt angefügt):

I. Man fragt mich, ob ich nicht bereute, die Lettres Provinciales geschrieben zu haben. Ich antwortete darauf, dass das mir nicht bloss fern liegt, sondern dass ich sogar, wenn ich sie heute schriebe, sie viel schärfer machen würde.

II. Man fragt mich, warum ich die Verfasser namhaft gehabt habe, aus welchen ich jene abscheulichen Sätze, die in meiner Schrift angefahrt sind, ausgezogen habe. Ich antworte darauf so: Wenn ich in einer Stadt lebte, wo es 12 Brunnen gibt, und ich mit Bestimmtheit wüsste, dass einer derselben vergiftet ist, so würde ich verpflichtet sein, alle Leute zu warnen, aus jenem Brunnen Wasser zu holen; und weil man das für eine reine Grille meinerseits ansehen könnte, so würde ich verpflichtet sein, diejenigen zu nennen, welche den Brunnen vergiftet haben, um nicht eine ganze Stadt der Vergiftung preiszugeben.****[3]

Was wäre die Konsequenz davon, wenn ich nicht das Gesetz Gottes im besprochenen Punkt dem Buchstaben nach übertreten würde?

"Wenn du dir ein Bild von der Zukunft machen willst, stelle dir einen Stiefel vor, der für immer auf einem menschlichen Gesicht herumtrampelt. Die Moral, die man aus dieser gefährlichen Alptraumsituation ziehen kann, ist einfach: Lass es nicht geschehen. Es hängt von dir ab." - George Orwell

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." - Jean-Claude Juncker [Quelle: zitiert von Dirk Koch: Die Brüsseler Republik. Der SPIEGEL 52/1999 vom 27. Dezember 1999, S. 136, spiegel.de]

Wenn ich nicht mich dazu durchringen würde, Kritik anzubringen - und auch die Quellen von gewissen Aussagen offenzulegen - da, wo Kritik bitter nötig ist für das Wohlergehen der Gesellschaft - so könnte das dazu führen, dass dann die Situation eintreten könnte die George Orwell bildlich schilderte mit einem Stiefel, der für immer auf einem menschlichen Gesicht herumtrampelt und die Situation, die Jean-Claude Juncker beschrieb mit der Situation, wo es kein Zurück mehr gibt. Diese Situation könnte dann womöglich eintreten, weil man mir mit dem was ich sage dann nicht glauben würde oder weil nicht genug Leute mir glauben würden, dass gewisse Leute wie oben bereits erwähnt, auf solch abstruse oder böse Ideen kommen könnten und diese dann auch äussern oder in die Tat umsetzen würden.

Nun mag der eine oder andere denken, dass ich zu hoch von mir denken mag, denn was kann ja schon das Vernachlässigen vom Tun von Gutem von einem einzelnen kleinen Mann in dieser Welt schlimmes für Folgen haben. Diesen Leuten die so denken, möchte ich entgegnen, dass sie mir doch bitte ein paar Monate oder Jahre Zeit lassen sollen, sodass man dann auch die guten Früchte meines Handelns dann - hoffentlich - erkennen kann, wie es denn auch heisst in Matthäus 7,20: "Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen". Und dann erst soll man doch bitte beurteilen, ob ich zu gross von mir selbst und dem, was ich denn Gutes zu tun oder Böses zu verhindern imstande sein könnte[4] gedacht habe, nachdem man mir noch ein gewisses Zeitfenster gegeben hat, sodass ich denn auch Gelegenheit gehabt habe, um meinen Worten auch Taten folgen zu lassen. Danke für die Geduld.

Ja, ich werde mich unbeliebt machen

Aber das muss mir egal sein, wie es denn auch heisst in Johannes 5,44: "Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht?" und in Lukas 14,33: "So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.".

Insofern habe ich vor, mindestens teilweise in die Fussstapfen Jesu zu treten und ihn in seinem Handeln von Johannes 7,7 zu imitieren, indem ich vor habe, beim Namen zu nennen, was für Dinge böse sind:

"Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber hasst sie; denn ICH BEZEUGE VON IHR, DASS IHRE WERKE BÖSE SIND."

Was habe ich denn genau vor zu tun (unter Anderem)?

Hosea 2,12: "Und ich will nun ihre Schande enthüllen vor den Augen ihrer Liebhaber; und NIEMAND WIRD SIE AUS MEINER HAND ERRETTEN."

2 Korinther 13,8: "Denn WIR VERMÖGEN NICHTS GEGEN DIE WAHRHEIT, sondern [nur] für die Wahrheit."

Niemand wird einen vor der Wahrheit retten können, wenn die Wahrheit daherkommen wird um einem seine Schande offenbaren zu wollen. Das Beste was man tun kann, ist einfach momentan nach bestem Wissen und Gewissen zu leben und das zu tun, von dem man denkt, dass es das Richtige zu tun ist.

Offenbarung 3,17: "Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! – und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt."
Offenbarung 3,18: "ICH RATE DIR, VON MIR Gold ZU KAUFEN, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und WEISSE KLEIDER, DAMIT DU DICH BEKLEIDEST UND DIE SCHANDE DEINER BLÖSSE NICHT OFFENBAR WIRD; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst!"
Offenbarung 3,19: "Alle, die ich lieb habe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!"

1 Korinther 14,24: "Wenn aber alle weissagten, und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht;"
1 Korinther 14,25: "und SO WÜRDE DAS VERBORGENE SEINES HERZENS OFFENBAR, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist."

Epheser 5:11: "und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, DECKT SIE VIELMEHR AUF;"
Epheser 5:12: "denn was heimlich von ihnen getan wird, ist schändlich auch nur zu sagen."
Epheser 5:13: "Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht."

Unter Anderem habe ich vor, Micha 3,8 in die Tat umzusetzen:

"ICH ABER BIN ERFÜLLT MIT KRAFT, mit dem Geist des HERRN, mit Recht und Stärke, UM JAKOB SEINE ÜBERTRETUNG ZU VERKÜNDEN UND ISRAEL SEINE SÜNDE."

Aber auch Jesaja 58,1 besagt, was ich unter Anderem vor habe, zu tun:

"Rufe aus voller Kehle, schone nicht! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und VERKÜNDIGE MEINEM VOLK SEINE ÜBERTRETUNGEN UND DEM HAUS JAKOB SEINE SÜNDE!"

Biblisches Vorbild

Und um nun all jene zu beruhigen, die denken, ich wäre jetzt vollkommen übergeschnappt, möchte ich hier jetzt abschliessend noch auf ein paar Beispiele aus der Bibel verweisen, wo zwar der Buchstabe des Gesetzes Gottes gebrochen, der Geist - also die Absicht des Gesetzes Gottes - jedoch gehalten wurde:

Das Halten des Geistes des Gesetzes Gottes ist wichtiger als das Halten des Buchstaben des Gesetzes Gottes, wie es denn auch heisst dass der Buchstabe tötet, der Geist aber lebendig macht:

2 Korinther 3:4: "Und eine solche Zuversicht haben wir durch Christus zu Gott;"
2 Korinther 3:5: "nicht dass wir von uns selber aus tüchtig wären, so dass wir uns etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott,"
2 Korinther 3:6: "DER UNS AUCH TÜCHTIG GEMACHT HAT ZU DIENERN des neuen Bundes, NICHT DES BUCHSTABENS, SONDERN DES GEISTES; DENN DER BUCHSTABE TÖTET, ABER DER GEIST MACHT LEBENDIG."

Abschluss

So, dies ist mal einfach eine hoffentlich nicht allzu lang geratene Schilderung dessen, wie ich heute an diesem Freitag frei kam (lustig, ein Wortspiel...) von meinem einengenden Denken welches ich zuvor hatte im Sinne von dass ich mich davor fürchtete, Leute oder deren Ideen unter Nennung der Quelle zu kritisieren, weil ich eben nicht lästern wollte. Jetzt gilt es nur noch, diese befreidene Idee von heute in die Tat umzusetzen und dann auch Kritik dort zu äussern wo sie angebracht und notwendig ist.

Möge mir Gott hierfür bitte beistehen. Danke und Amen.


[1]: Keine Angst, ich meine hier im Titel mit Sünden nicht das Übertreten des Geistes des Gesetzes Gottes, sondern nur das Übertreten des Buchstabens des Gesetzes Gottes. Den Geist des Gesetzes Gottes habe ich vor, weiterhin zu halten.

[2]: Das Wort "Mitmensch" sage ich hier nur aus Mangel an einem besseren Wort, denn da ich selber kein Mensch bin sondern ein Mann, stimmt das Wort Mitmensch faktisch ja eigentlich nicht für mich.

[3]: Quelle des Auszuges: https://archive.org/stream/zfslzeitschrift39unkngoog/zfslzeitschrift39unkngoog_djvu.txt (Laut dem Vorschautext der Google-Suche durch welche ich auf diesen Text stiess, trägt der ganze Text den Titel "Zeitschrift für französische sprache und literatur")

[4]: Natürlich nur, wenn Gott will und ich lebe [vgl. mit Jakobus 4,15], denn schliesslich bin ja auch ich nur ein Mann und getrennt von Christus, kann auch ich nichts Gutes tun [vgl. mit Johannes 15,5]